
{"id":268,"date":"2007-03-17T22:08:03","date_gmt":"2007-03-17T21:08:03","guid":{"rendered":"http:\/\/p107587.typo3server.info\/?p=268"},"modified":"2009-04-10T22:10:01","modified_gmt":"2009-04-10T21:10:01","slug":"in-st-pierre-wird-eher-rechts-gewahlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.partnerstadtverein.de\/index.php\/2007\/03\/17\/in-st-pierre-wird-eher-rechts-gewahlt\/","title":{"rendered":"In St. Pierre wird eher rechts gew\u00c3\u00a4hlt"},"content":{"rendered":"<p><strong>W\u00c3\u00a4hrend in Frankreich der Kampf ums Pr\u00c3\u00a4sidentenamt tobt, ist es in der Kernener Partnergemeinde noch v\u00c3\u00b6llig ruhig<\/strong><\/p>\n<p>von unserem Redaktionsmitglied Hans-Joachim Schechinger<\/p>\n<p><strong>St. Pierre d\u00e2\u20ac\u2122Albigny<\/strong>. Der franz\u00c3\u00b6sische Pr\u00c3\u00a4sidentschaftswahlkampf wird immer hitziger. Am Montag ver\u00c3\u00b6ffentlicht der Verfassungsrat die Liste der zugelassenen Kandidaten, am 22. April ist erster Wahlgang. Wie erlebt die franz\u00c3\u00b6sische Provinz die Wahlschlacht? \u00e2\u20ac\u017eBei uns ist es sehr ruhig\u00e2\u20ac\u0153, sagt Christian Milandre aus St. Pierre d\u00e2\u20ac\u2122Albigny. Er prophezeit: \u00e2\u20ac\u017eDie Weing\u00c3\u00a4rtner werden rechts w\u00c3\u00a4hlen.\u00e2\u20ac\u0153<!--more--><\/p>\n<p>Am Tag, an dem die erhofften Menschenmassen die EXPO Kernen st\u00c3\u00bcrmen werden, wollen in Frankreich die B\u00c3\u00bcrger massenhaft w\u00c3\u00a4hlen gehen. Wie das Votum in St. Pierre d\u00e2\u20ac\u2122Albigny, der savoyardischen Partnergemeinde von Kernen, ausfallen wird, ist aber schwer vorauszusagen. Falls kein Bewerber die absolute Mehrheit erringt, wof\u00c3\u00bcr die Wahlprognosen sprechen, entscheiden die Franzosen am 22. April wenigstens, wer sich f\u00c3\u00bcr den zweiten Durchgang am 6. Mai qualifiziert. Kommenden Montag ver\u00c3\u00b6ffentlicht der franz\u00c3\u00b6sische Verfassungsrat die Namen der Kandidaten, die das Quorum von 500 B\u00c3\u00bcrgermeister-Unterschriften erreicht haben. Wer diese H\u00c3\u00bcrde nimmt, ist zur Wahl zugelassen.<\/p>\n<p>Wie Insider vor Ort berichten, k\u00c3\u00a4mpft Andr\u00c3\u00a9 Col schon seit geraumer Zeit mit Kritik und Misstrauen in Gemeinderat und Verwaltung. Col gilt als Chef, der alles steuern, alles kontrollieren, nichts delegieren will, und seinen Mitarbeitern wenig Kredit einr\u00c3\u00a4umt. Vor zwei Jahren reichte in diesem angespannten Klima der Chef der kommunalen Dienstleistungen seinen Abschied ein. Seine Nachfolgerin riss, wie unser Korrespondent vor Ort, Christian Milandre, berichtet, mit Wissen und Duldung des B\u00c3\u00bcrgermeisters rasch fremde Verwaltungsaufgaben an sich und verprellte so Mitarbeiter im Rathaus. Dies alles unter stillschweigender Duldung der sechsk\u00c3\u00b6pfigen Oppositionsfraktion im Gemeinderat, die, wie es Milandre ausdr\u00c3\u00bcckt, \u00e2\u20ac\u017eam Anfang in einer vollst\u00c3\u00a4ndigen Symbiose mit dem Rest der Mannschaft arbeitete\u00e2\u20ac\u0153. Es schien fast so, als billige sie den autorit\u00c3\u00a4ren, unkooperativen Stil des B\u00c3\u00bcrgermeisters.<\/p>\n<p>Die Favoriten der gro\u00c3\u0178en Parteien in Frankreich haben l\u00c3\u00a4ngst gen\u00c3\u00bcgend Paten zusammen. Kandidaten wie der Globalisierungkritiker Jos\u00c3\u00a9 Bov\u00c3\u00a9 indes m\u00c3\u00bcssen zittern, der Landwirt bringt es zurzeit auf 472 \u00e2\u20ac\u017esignatures\u00e2\u20ac\u0153. Wie zu h\u00c3\u00b6ren ist, soll auch Andr\u00c3\u00a9 Col, Rathauschef in St. Pierre d\u00e2\u20ac\u2122Albigny, von Pr\u00c3\u00a4sidentschaftsbewerbern um Unterst\u00c3\u00bctzung gebeten worden sein. Wie der B\u00c3\u00bcrgermeister darauf reagiert hat, bleibt im Dunkeln. Er wolle seine Haltung nicht \u00c3\u00b6ffentlich machen, wie unser Korrespondent Christian Milandre, Mitarbeiter von \u00e2\u20ac\u017eLe Dauphin\u00c3\u00a9 liber\u00c3\u00a9\u00e2\u20ac\u0153, mitteilte.<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u017eBei uns in der Gemeinde ist es sehr ruhig\u00e2\u20ac\u0153, sagt Milandre. Der Wahlkampf beherrscht zwar die Medien, aber er bestimmt noch nicht das Stra\u00c3\u0178enbild, denn in Frankreich darf erst 14 Tage vor dem Wahlgang plakatiert werden. Der Journalist Milandre, der sich dem sozialistischen Lager zurechnet, erwartet, dass St. Pierre wieder rechts w\u00c3\u00a4hlen wird: \u00e2\u20ac\u017eIn den Kellern der Weing\u00c3\u00a4rtner h\u00c3\u00b6rt man, sie wollten in der ersten Runde Le Pen w\u00c3\u00a4hlen, in der zweiten Sarkosy. Sie w\u00c3\u00a4hlen sowieso traditionell rechts, wie \u00c3\u00bcbrigens auch die Katholiken.\u00e2\u20ac\u0153<\/p>\n<p>Bei den Parlamentswahlen im Juni 2002 erzielte im Wahlkreis der Kernener Partnergemeinde Herv\u00c3\u00a9 Gaymard, der f\u00c3\u00bcr die Chiracisten der UMP antrat, auf Anhieb 50,92 Prozent. \u00e2\u20ac\u017eChirac bleibt der Liebling der Landwirte im Allgemeinen\u00e2\u20ac\u0153, wei\u00c3\u0178 Milandre. Schlie\u00c3\u0178lich verk\u00c3\u00a4mpfte sich der fr\u00c3\u00bchere Landwirtschaftsminister Jacques Chirac in den 70ern wie ein L\u00c3\u00b6we f\u00c3\u00bcr die Interessen seiner \u00e2\u20ac\u017eagriculteurs\u00e2\u20ac\u0153 auf dem gemeinsamen europ\u00c3\u00a4ischen Markt. \u00e2\u20ac\u017eDa sich Chirac nicht mehr zur Wahl stellt und die Bauern Sarkosy nicht so recht \u00c3\u00bcber den Weg trauen, f\u00c3\u00bcrchte ich, dass sie sich Le Pen zuwenden.\u00e2\u20ac\u0153 Auch in der Weinbaugemeinde h\u00c3\u00b6re man in letzter Zeit h\u00c3\u00a4ufig den Satz: \u00e2\u20ac\u017eEs gibt bei uns in Frankreich zu viele Emigranten und zu viel Soziales.\u00e2\u20ac\u0153<\/p>\n<p>Das Drama der Sozialisten bei den Pr\u00c3\u00a4sidentschaftswahlen vor f\u00c3\u00bcnf Jahren entz\u00c3\u00bcndete sich am Erfolg des Rechtsextremen Le Pen (Front Nationale), der den damaligen Premier Lionel Jospin (PS) im ersten Wahlgang aus dem Rennen warf. \u00e2\u20ac\u017eWir mussten im zweiten Wahlgang rechts und f\u00c3\u00bcr Chirac w\u00c3\u00a4hlen, um Le Pen zu blockieren\u00e2\u20ac\u0153, erz\u00c3\u00a4hlt Milandre. \u00e2\u20ac\u017eUmgekehrt hat sich Chirac dann aber nicht gerade dankbar gegen\u00c3\u00bcber der sozialistischen Familie gezeigt.\u00e2\u20ac\u0153<\/p>\n<p>Wie wird der Urnengang am 22. April ausgehen? Der Abstand in den Wahlprognosen zwischen den gro\u00c3\u0178en Favoriten S\u00c3\u00a9log\u00e2\u20ac\u02dcene Royal (PS), Nicolas Sarkozy (UMP) und Francois Bayrou (UDF) schmilzt von Umfrage zu Umfrage. Bayrou, der die traditionell verfeindeten Lager der franz\u00c3\u00b6sischen Linken und Rechten in ein Boot holen will, hat mit den Protagonisten Royal und Sarkozy schon fast gleichgezogen. Seine Wahlveranstaltungen sind Pop-Events, die Massen anziehen.<\/p>\n<p>Der Beobachter Christian Milandre best\u00c3\u00a4tigt, was gestern auch die franz\u00c3\u00b6sische Tageszeitung \u00e2\u20ac\u017eLe Monde\u00e2\u20ac\u0153 vermeldete, dass zurzeit n\u00c3\u00a4mlich 65 Prozent der Franzosen f\u00c3\u00bcr eine \u00e2\u20ac\u017eRegierung der Union, die die unterschiedlichen politischen Parteien f\u00c3\u00bcr ein gemeinsames Projekt zusammenschmiedet\u00e2\u20ac\u0153, pl\u00c3\u00a4dieren. Wieder eine \u00e2\u20ac\u017eCohabitation\u00e2\u20ac\u0153? Auch Milandre h\u00c3\u00a4lt die tiefe Spaltung zwischen links und rechts in Frankreich f\u00c3\u00bcr \u00c3\u00bcberholt. \u00e2\u20ac\u017eDie Leute haben genug davon zu sehen, dass, wenn die Linke am Ruder ist, sie ihre Macht daf\u00c3\u00bcr benutzt, alles wieder einzustampfen, was die Rechte zuvor geschaffen hat &#8211; und umgekehrt.\u00e2\u20ac\u0153<\/p>\n<address>Quelle:<\/address>\n<address>Waiblinger &#8211; Kreiszeitung vom 17.03.2007<\/address>\n<address>Text: Hans-Joachim Schechinger<\/address>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00c3\u00a4hrend in Frankreich der Kampf ums Pr\u00c3\u00a4sidentenamt tobt, ist es in der Kernener Partnergemeinde noch v\u00c3\u00b6llig ruhig von unserem Redaktionsmitglied Hans-Joachim Schechinger St. Pierre d\u00e2\u20ac\u2122Albigny. Der franz\u00c3\u00b6sische Pr\u00c3\u00a4sidentschaftswahlkampf wird immer hitziger. Am Montag ver\u00c3\u00b6ffentlicht der Verfassungsrat die Liste der zugelassenen Kandidaten, am 22. 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