Suchen
Archiv

Samstag, dem 26.05.12
Bereits kurz nach 9.00 Uhr herrschte ein großes Gedränge vor dem Feuerwehrmagazin in Stetten. Wesentlich mehr Gäste als erwartet, wollten die alten Filme ansehen. Daher mussten kurzer Hand zwei Gruppen gebildet werden und Ortsrundgang und Filmvorführung jeweils 2mal nacheinander durchgeführt werden. Fachkundig begleitet wurde die Führung durch Stetten von Herrn Klaus Häcker und Herrn Horst Schaal; die Übersetzung ins Französische übernahmen die Herren Dieter Kaiser und Jens Dietzel. Ende des Rundgangs war der Innenhof der Diakonie, in dem alle Teilnehmer pünktlich gegen 12.15 Uhr eintrafen.

Die Jugendlichen fuhren nach dem Mittagessen um 13.30 Uhr mit dem Bus ins Daimler-Benz-Museum nach Stuttgart. Alle Anderen versammelten sich zum offiziellen Festakt in der renovierten Glockenkelter im Ortsteil Stetten, den die Bürgermeister der beiden Gemeinden eröffneten, gefolgt von den Vorständen der beiden Partnerschaftsgesellschaften. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete der zweisprachige Festvortrag des ehemaligen Bürgermeisters der Gemeinde Stetten im Remstal, Herr Werner Jäkle.

Am Abend trafen sich alle wieder zum Festbankett in der Stettener TV-Halle. Es wurde ein buntes Unterhaltungsprogramm geboten, den Auftakt machte Albrecht Schützinger, gefolgt von einer Präsentation der Gymnastikgruppe St. Pierre, dem Zauberer Marco Balasso und den Stettener Harmonikern des HHO. Durch das Programm führte gekonnt zweisprachig unser Mitglied Knut Bormann.

Einer der Höhepunkte waren die Überreichung der Gastgeschenke. Wie immer hatten sich unseren französischen Freunde etwas ganz besonderes ausgedacht und ein Wappen der Gemeinde St. Pierre aus Metall anfertigen lassen. Als Gastgeschenk von uns erhielten alle Gäste und Gastgeber ein „Vesperbrettle“ mit Motiven vom Ortsteil Stetten. Die Stimmung in der Halle war überwältigend, es wurde gemeinsam gesungen und getanzt bis nach Mitternacht.

 

Freitag, dem 25.05.12
Pünktlich um 17.00 Uhr war im Musikvereinsheim in der Frauenländerstraße alles für die Ankunft der 125 Gäste aus St. Pierre vorbereitet. Mit etwa einer Stunde Verspätung erreichten die beiden Busse endlich das Vereinsheim, in dem alle bereits ungeduldig von den Gastgebern erwartet wurden. Nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Schaal von der Gemeindeverwaltung Kernen und den beiden Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine wurden die Quartiere verteilt. Die bei Familien untergebrachten Gäste verbrachten den Abend in ihren Gastfamilien, während die Gäste, die im Naturfreundehaus in Strümpfelbach untergebracht worden waren, dorthin mit einem Bus aufbrachen.

Stetten St. Pierre und Stetten feiern ihr 40-Jahr-Jubiläum in der Glockenkelter.

Es war ein Festakt der Zweisprachigkeit, der da am Samstagnachmittag in der Stettener Glockenkelter gefeiert wurde. Ob die Moderation zwischen den Beiträgen, einzelne Reden oder die Nationalhymnen – das 40-Jahr-Jubiläum der Partnerschaft zwischen Stetten im Remstal und St.Pierre d’Albigny wurde gebührend in beiden Landessprachen begangen.

Während sich die Gäste der 636 Kilometer entfernten französischen Gemeinde St.Pierre d’Albigny und ihre Stettener Gastgeber einen Platz in der gut besuchten und festlich herausgeputzten Glockenkelter suchten, durchzog französisches und schwäbisches Gemurmel das historische Gemäuer. Dieses war passender Weise sowohl mit der deutschen, als auch mit der französischen sowie mit der Europaflagge geschmückt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Kernen-Stetten (schi). Werner Jäkle, Stettener Bürgermeister, und Michel Ménard, erster Adjoint, unterzeichneten an Pfingsten 1972 in Stetten die Partnerschaftsurkunde. Jäkle hielt am Samstag seine Festrede in Französisch und Deutsch, durchmaß im Laufschritt die deutsch-französische Geschichte, erklärte Partnerschaft und Freundschaft und erinnerte an die große Leistung Konrad Adenauers und Charles de Gaulles, die im Januar 1963 den wegweisenden Freundschaftsvertrag unterzeichneten. Freundschaft brauche Pflege. Und Routine sei noch lange nicht Garant für Beständigkeit. Das Blatt könne sich rasch wenden, wie die Geschichte zeige. Warum nicht diese gelebte deutsch-französische Partnerschaft auch auf andere europäische Nachbarn übertragen, fragte er. „Griechen, Portugiesen, Spanier, Iren oder östliche Nachbarn haben unsere Freundschaft vielleicht gerade jetzt nötig.“ Begegnungen mit Menschen in anderen Ländern bereicherten, weil sie uns freier und offener machten, so Jäkle.

Quelle:
Waiblinger Kreiszeitung vom 29.05.2012
Text: Hans-Joachim Schechinger

St. Pierre d’Albigny (schi). Premiere in St. Pierre d’Albigny: Dieses Jahr erschien in einer sehr beschränkten Auflage erstmals eine 14-seitige Vereinsbroschüre des Comité de jumelage. „Ein Versuch, ein Anfang“, wie Vivian Pichard, der Präsident des Partnerschaftskomitees, sagt. Das Heft gibt einen Rückblick aufs Jahr 2011, widmet eine Seite den verstorbenen Partnerschaftspionieren Denis Riondy und Gerhard Gallaun, bebildert den Besuch des Stettener Kirchenchors beim Gesangsensemble Les Ménestrels de Miolans und berichtet von der Zwischenstation, die eine Berliner Radlertruppe mit einem Theaterauftritt in St. Pierre machte. Zweifellos ein kompaktes, wirksames Werbeorgan neben dem Internetauftritt des Partnerschaftskomitees aufzurufen unter http://jumelagesaint-pierre-dalbigny.gestasso.com) Im Editorial kommen gedanken zum Tragen, die Vivian Pichard beim Partnerschaftsjubiläum in Stetten wiederholt ansprach: „Ohne uns bertrieben wichtig zu nehmen, aber als echte Realisten können wir sagen, dass wir bei uns in St. Pierre wie unsere Freunde in Stetten dazu beitragen, ein klein wenig Geschichte zu schreiben. Wir bekennen uns zu diesem verrückten Traum, der erst ein Jahrhundert alt ist, ein vereinigtes Europa zu bauen.“ Er wisse wohl, dass der Weg dorthin weit sei, so Pichard bei seiner Rede in Stetten. „Doch lassen Sie uns vertrauen in Europa und in die Europäer. Die Beziehungen zwischen unseren Partnerstadtvereinen sind ein Schatz für Europa, das wir bauen wollen.

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 29.05.2012 Text: Hans-Joachim Schechinger Foto: Steinmann